BRENNKUNST.

 
  Das Geheimnis in der Trennung. Destillation ist die Kunst der Trennung zweier flüchtiger Stoffe durch Aufkochen und anschließendes Kondensieren. Diese Meisterschaft verliert sich im Dunkel der Jahrhunderte. Vielleicht kam sie mit den Arabern, die Meister waren im Extrahieren von Blumendüften und Aromen, nach Spanien und Süditalien. Um 1150 n. Ch. berichtet ein „Magister Salernus“ an der berühmten Hochschule von Salerno in Süditalien über die Destillation von Wein zu „aqua ardens“, zu feurigem Wasser. Es dauerte noch Jahrhunderte, bis aus dem Mittel gegen Pest und Gicht ein Genussmittel wurde. Der Begriff „Aqua vitae“, Lebenswasser, geht nämlich auf Pestzeiten zurück, als man es zur Stärkung des Organismus zu sich nahm oder darin - in stark verdünnter Form - sogar badete.

Volksmedizin und mehr. Der Schnaps hat eine lange Tradition in der Tiroler Volkskultur. Es ist schwer zu sagen, wem die Tiroler letztlich mehr vertrauten, dem Weihwasser oder dem Branntwein. Vielleicht lag nicht nur an der Feldmesse, sondern (auch?) am ausgeschenkten Schnaps vor der Schlacht, dass die Tiroler 1809 am Berg Isel dreimal den Sieg auf ihre Fahnen heften konnten. Ähnliches sagt man übrigens von der täglichen Grappa Ration der italienischen Soldaten im I. Weltkrieg. Guter Schnaps galt lange Zeit neben Wein als flüssiges Zahlungsmittel. Und auch als ergiebige Einnahmequelle. Andre Flugi, Besitzer von Schloss Knillenberg, sicherte sich um 1700 vom österreichischen Kaiser das Branntweinmonopol in Obermais, wobei ihm die Bauern - zähneknirschend - ihren Trester liefern mussten. „Seine Erben verkümmerten“, heißt es in der Chronik. Der „Treber“ wird’s wohl nicht gewesen sein. Als unter Maria Theresia das Brennen von Branntwein staatliches Monopol wurde, gewährte sie den Tirolern großzügig Sonderrechte. Ihr 3-Hektoliter-Brennrecht hat in Südtirol nach wie vor seine Gültigkeit.

Vom Schnaps zum Edeldestillat. „Grappa“ ist ein italienischer Tresterbrand, der ausschließlich aus Trester hergestellt wird, deren Trauben in Italien geerntet und vinifiziert wurden. Hohe Qualität-Standards machen ihn zu einem einzigartigen Destillat. Der Name selbst geht auf das Norditalienische „grapa“ oder „graspa“ zurück, was so viel wie Trester bedeutet. Nur frisches, vollreifes Lese- und Trestergut gibt die feinen Aromen weiter, die für die „Grappa“ so charakteristisch sind.

AUSZEICHNUNGEN.

Qualitätszeichen Südtirol
Unter dem Qualitätszeichen "Südtiroler Grappa" werden aus ausgewählten, ausschließlich heimischen Traubentrestern Destillate der Spitzenklasse gewonnen. „Südtiroler Grappa“ ist frei von Zusätzen und Veredelungsstoffen. Er wird regelmäßig von eigenen Kontrollkommissionen überprüft und muss hohen Qualitätsmerkmalen entsprechen. Erst dann darf er das Qualitätszeichen Südtirol tragen. Vier Produkte der Algunder Kellerei/Brennerei wurden mit diesem Qualitätszeichen geadelt: der „Grappa/Treber 43°“, der kräftige „Grappa/Treber 50°, der milde „Chardonnay 43°“ und der aromatische „Gewürztraminer 43°“. Ein „hochgeistiger“ Genuss aus bester Brennereitradition!

 

Eine Edeldistillerie
im Zentrum von Meran.

Hinter dem Gemeindehaus, mitten in Meran befindet sich ein Unikum: die Distillerioei der Algunder Kellerei. Neben anderen Immobilien ist dort in einem kleinen freistehenden Haus schon seit 150 Jahren eine Brennerei untergebracht. Im Jahr 2017 wurde die antike Destillieranlage mit einer ganzen modernen ersetzt. Geblieben ist das kleine Gebäude, das mustergültig restauriert wurde. Besucher können heute durch eine große Vetrine dem heiklen Destillationsverfahren beiwohnen. Mario Pellegrina, so der Name des heutigen Brennmeisters. Man kann verschiedene edle Brände - Treber, Gewürztraminer, Chardonnay, Goldmustkateller und Bauburgunder - im angrenzenden Detailgeschäft der Algunder Kellerei verkosten und kaufen.












 



   
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